Tagung 2009


Jahrestagung 2009 Internationaler Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte (IADM)
im Stavanger Museum (Norsk Grafisk Museum)

29. bis 30. Mai 2009

Thema: Müssen (Druck-)museen langweilig sein?
Neue Konzepte und Ansätze in Europa

Do (printing) museums have to be boring?
May 29th and 30th 2009 in Stavanger/Norway


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Hier finden Sie die Vorträge als Download:

Introduction to the theme
Dr. Roger Münch (German Newspaper Museum, Wadgassen/Germany)


Seit 1980 lässt sich in (Druck-)Museen eine Tendenz weg von einer traditionellen, vom Geiste Gutenbergs geprägten, rein statischen und technikorientierten Betrachtung bzw. Konzeption der Ausstellungsobjekte hin zu einer dynamischen Partizipation des Museumsbesuchers in Form von Workshops, Hands-On- und Minds-On-Stationen sowie Multimedia-Elementen beobachten. Als Paradebeispiel dieser neuen Entwicklung kann die DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) in Dortmund herangezogen werden, die nicht die Ausstellungsgegenstände, sondern die physischen, mentalen, sozialen und kulturellen Interessen des Ausstellungsbesuchers in den Vordergrund stellt. In Anlehnung an Andreas Heller wird dieser Fokus auf der Interaktion zwischen Mensch und Arbeit auch für die Zukunft eine tragende Rolle spielen und auf dieser Grundlage die Erschaffung einer Art „Zusammenhangsmuseum“ denkbar.

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Museum Education: Learning by doing
Sascha Boßlet (German Newspaper Museum, Wadgassen/Germany)

Bereits um 1900 lassen sich erste Entwicklungen einer heutigen Museumspädagogik ausmachen. Jener frühe „Erziehungsanspruch“, der an ein Museum als Institution gestellt wurde, beschäftigte sich zunächst vorranging mit der Arbeit am Original-Ausstellungsobjekt, das zunehmend sogar verstärkt unter dem Aspekt seines didaktischen Nutzwertes ausgewählt und in diesem Zusammenhang insbesondere Schulklassen zugänglich gemacht wurde. Aktuell wird Museumspädagogik als ein auf Teamwork basierender Integrationsprozess gewertet, bei dem primär das Interesse des Besuchers im Fokus steht. Hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung erreicht die moderne Museumspädagogik viel durch das sog. „learning by doing“, einer Lernstrategie, bei dem der Besucher aktiv involviert wird, gezielt be- und ergreift, entdeckt und erschafft. Auch das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen setzt verstärkt auf dieses Konzept, bietet Workshops, Führungen, Familientage an und steht in ständiger Kooperation mit verschiedenen Schulen.

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Mediation in a (Printing) Museum: An Active Approach
Odette Peterink (Museum Plantin-Moretus, Antwerpen/Belgium)

Auch das traditionsreiche, bereits im 16. Jahrhundert gegründete Plantin-Moretus Museum in Antwerpen folgte in den letzten Jahren dem Trend, seinen Besuchern weniger wissenschaftliche Information, dafür mehr Interaktion und Partizipation zu bieten. Das Museum legt seinen Schwerpunkt dezidiert auf seine Rolle als Vermittler und nicht als Erzieher. Aus seiner Perspektive impliziert Erziehung eine gewisse Passivität des Publikums, das lediglich Wissen aufnimmt, während Vermittlung eher eine Interaktivität des Publikums mit dem Museum und eigenständige Erkundung erlaubt. Und so hat sich auch dieses Museum für Hands-On-Stationen und Workshops entschieden, in denen z.B. eigene Kupferstiche angefertigt werden können. Veranstaltungen wie die „Big Crazy Letter Party“, bei dem Kinder ihre im Museum selbst hergestellten Briefe mitbringen, ausstellen und feiern können, sollen das Museum als familienfreundlichen Ort neudefinieren.

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Digital versus Print: An Approach toward the Future Audience of Printing Museums
Dr. Susanne Richter (Museum of the Printing Arts, Leipzig/Germany)

Die wachsende Konkurrenz digitaler Medien gegenüber gedruckten Formaten beeinflusst auch die Arbeit in Druckmuseen. Es wird zunehmend wichtig, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie das Museum insbesondere für junge Besucher in der Zukunft attraktiv bleiben kann und welche Druckmedien gesammelt werden sollten. Von einem Aussterben der Printmedien kann keine Rede sein, stellen vor allem schöne und alte Bücher nach wie vor Wertgegenstände dar und auch bestimmte Inhalte lassen sich schwerlich anders als über Druckmedien vermitteln. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, digitale und interaktive Medienelemente in den Ausstellungsbetrieb zu integrieren.

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International Newspaper Museum update
Andreas Düspohl (International Newspaper Museum, Aachen/Germany)

Die heutige, auf Massenmedien und Reizüberflutung ausgelegte Zeit macht es für den Museumsbesucher zunehmend schwieriger, wichtige von unwichtigen Informationen leicht zu unterscheiden. In Anlehnung an diese Problematik hat das Internationale Zeitungsmuseum in Aachen einen „Chaos-Raum“ eingerichtet, der eben jenes Informationswirrwarr verdeutlichen soll. In vier weiteren Räumen werden den Museumsbesuchern weiterhin die journalistische Entwicklung vom Ereignis zur Nachricht, Ausprägungen von Lesekultur und Medienrezeption, Manipulationsmöglichkeiten von Bildern und Zensur sowie ein „Medienlabor“ präsentiert, in dem Prognosen für zukünftige Medientrends aufgezeigt werden.

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Norsk Grafisk Museum – the Challenge of Adding More Context
Gunnar Nerheim (Stavanger Museum)

Mangelndes Interesse und niedrige Besucherzahlen in den letzten Jahren veranlassten das Norsk Grafisk Museum in Stavanger (Norwegen) dazu, ihrer Ausstellung mehr Kontext in Form von Texten, Bildern oder Computerbildschirmen hinzuzufügen. Hinsichtlich der Gestaltung jenes Kontextes, aber auch im Bezug auf die eigentlichen Ausstellungsinhalte stellte sich das Museum die Frage nach lokalen, nationalen oder internationalen Ausrichtungen und Beziehungen. Interaktivität und Partizipation im Rahmen der Ausstellungen sind nicht genug. Vielmehr muss es eine rege Kooperation zwischen einzelnen Druck- und Medienmuseen auf internationaler Ebene geben sowie gemeinsame (europäische) Projekte, für die Gelder von der EU gefordert werden könnten.

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It’s already tomorrow
Niels Beugeling (Persmuseum Amsterdam/Netherlands)

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Danish Media Museum – from Printing Museum to Media Museum
Ervin Nielsen (Danmarks Mediemuseum, Odense/Denmark)

Vor dem Hintergrund dessen, dass Druckgeschichte ohne eine allgemein medienhistorische Kontextuierung teilweise nur schwer nachvollziehbar erscheint, durchläuft das dänische Medienmuseum in Odense seit etwa 1990 eine Metamorphose von einer ehemals rein druckhistorisch orientierten zu einer nunmehr übergreifend mediengeschichtlich ausgerichteten Einrichtung. Die Konzeption der Neugestaltung fußt dabei im Wesentlichen auf einer Umorientierung von einer reinen Technik- zu einer Kulturgeschichte der Medien, einer umgekehrten Chronologie von der Gegenwart in die Vergangenheit, der Arbeit mit Schlüsselbegriffen und Schlagworten, Themeninseln und digitalen wie interaktiven Arbeitsstationen. Das Museum verkörpert dadurch eine Art „Media Center“, in dem Besucher nicht nur einen umfangreichen Einblick in Dänemarks Mediengeschichte, sondern darüber hinaus auch praktische Fertigkeiten im Umgang mit eben jenen Medien erwerben können.


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Museum: A Place for Communication and Events
Dr. Lieselotte Kugler (Museum für Kommunikation Berlin/Germany)

1898 ursprünglich gegründet als erstes Postmuseum der Welt erlebte das heutige Museum für Kommunikation in Berlin einen radikalen Kurswechsel. Es begreift sich ganz aktuell als Begegnungsstätte des kollektiven, kulturellen Gedächtnisses, als Kommunikationsstätte mit hohem Unterhaltungswert für die Besucher, aber auch als Austragungsort professioneller Veranstaltungen oder sog. „special events“ am Abend. Neben hochmodernen Installationen wie drei sprechenden Robotern als einer Art „Empfangskomitee“ für die Besucher oder einem englischsprachigen Multimedia Guide in Form eines i-phone touch, ermöglicht das Museum darüber hinaus Kommunikation und Begegnung durch die Vermietung seines Atriums und Restaurants für Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Pressekonferenzen oder als Partnertreff, hauptsächlich aber für geschäftliche Meetings. Um den Erfordernissen von Kommunikation in der heutigen Informationsgesellschaft nachkommen zu können, ist es unumgänglich, nicht die technische Entwicklung eines Mediums alleine, sondern primär den Umgang mit ihm durch den Menschen in seiner Zeit zu betrachten.

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Fotos: Silvia Werfel